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Hochzeits-DJ OWL

Musik & Tanz

Musikwünsche, No-Go-Liste und Playlist: so plant ihr richtig

Eure Musik soll nach euch klingen, die Tanzfläche aber trotzdem voll bleiben. So formuliert ihr Wünsche und Tabus, ohne dem DJ die Hände zu binden.

Aktualisiert am 6 Min. Lesezeitvon Felix Pankoke

Inhaltsverzeichnis
  1. Warum eine starre Playlist selten funktioniert
  2. Die drei Listen, die euer DJ wirklich braucht
  3. So formuliert ihr Wünsche, mit denen der DJ arbeiten kann
  4. Musik für die einzelnen Programmpunkte
  5. Gästewünsche: ja, nein oder gefiltert?
  6. Wie ihr die Wünsche übergebt
  7. Wenn ihr gar keine Lust auf Listen habt
  8. Vorlage für eure Musikwünsche
  9. Häufige Fragen

Musik ist das, woran sich Gäste nach einer Hochzeit am deutlichsten erinnern, neben dem Essen und dem Wetter. Gleichzeitig ist sie ein Thema, bei dem viele Paare unsicher sind. Sollen wir alles vorgeben? Lieber gar nichts? Was, wenn Opa Schlager will und die Freunde Techno?

Die gute Nachricht: Ihr müsst kein DJ sein, um die Musik eurer Hochzeit gut zu planen. Ihr müsst nur wissen, was ihr wollt, was ihr auf keinen Fall wollt und an welcher Stelle ihr dem DJ vertraut. Dieser Artikel zeigt euch, wie das funktioniert.

Warum eine starre Playlist selten funktioniert

Viele Paare stellen sich vor, sie würden eine Playlist erstellen, die dann einfach abläuft. Auf Hochzeiten klappt das fast nie. Der Grund ist simpel: Ihr wisst vorher nicht, wer um 23 Uhr auf der Tanzfläche steht. Vielleicht sind es eure Freunde, vielleicht die Tanten, vielleicht alle zusammen.

Ein DJ schaut ständig, wer tanzt, wer am Rand wippt und wer gerade zur Bar geht. Danach wählt er den nächsten Song. Eine feste Reihenfolge nimmt ihm genau diese Möglichkeit. Deshalb ist eine Wunschliste besser als eine Playlist: Sie sagt, was gespielt werden soll, aber nicht, wann.

Die drei Listen, die euer DJ wirklich braucht

1. Die Muss-Liste

Das sind Songs, die an diesem Abend auf jeden Fall laufen sollen. Euer gemeinsamer Song, das Lied vom ersten Urlaub, der Hit, zu dem eure Clique immer tanzt. Haltet diese Liste kurz: 10 bis 20 Titel sind ideal. Je kürzer die Liste, desto sicherer bekommen alle einen guten Platz im Abend.

2. Die Gerne-Liste

Hier dürfen mehr Titel stehen, gern 20 bis 40. Es sind Songs und Künstler, die eure Richtung zeigen. Der DJ nutzt sie als Kompass und spielt daraus, was gerade passt. Statt einzelner Titel könnt ihr auch Genres und Jahrzehnte angeben, etwa „deutscher Pop“, „2000er Party“ oder „Funk und Soul zum Essen“.

3. Die No-Go-Liste

Mindestens genauso wichtig. Auf diese Liste gehört alles, was ihr an eurem Tag nicht hören wollt. Das können einzelne Songs sein, ganze Genres oder bestimmte Rituale wie Partyspiele mit Musik. Seid hier ruhig deutlich. Ein guter DJ hält sich daran, auch wenn ein Gast dreimal nachfragt.

Typische Einträge auf No-Go-Listen sind:

  • Songs, die mit einer Ex-Beziehung verbunden sind
  • Partyklassiker, die euch schlicht nerven
  • ein Genre, das ihr nicht mögt, zum Beispiel Ballermann-Hits oder harter Techno
  • Lieder mit Texten, die nicht zu einer Hochzeit passen
  • Songs, die bei einer Trauerfeier in der Familie liefen

So formuliert ihr Wünsche, mit denen der DJ arbeiten kann

Hilfreich sind Wünsche, die eine Richtung zeigen. Weniger hilfreich sind Wünsche, die alles offenlassen oder sich widersprechen.

Wenig hilfreichBesser
„Alles, nur kein Schlager“„Bitte kein Schlager, aber deutscher Pop ist super“
„Gute Musik“„Wir hören viel Indie und Britpop, auf der Party gern auch Charts“
150 Lieblingssongs15 Muss-Songs, 30 Gerne-Songs, 10 No-Gos
„Spiel, was die Gäste wollen“„Gästewünsche ja, solange sie nicht auf der No-Go-Liste stehen“

Gut ist auch ein Satz zur Stimmung, die ihr euch wünscht. Zum Beispiel: „Wir möchten, dass es nach dem Essen schnell voll wird und gegen Ende ruhig richtig eskaliert.“ Oder: „Uns ist wichtig, dass auch die ältere Generation mittanzt.“

Musik für die einzelnen Programmpunkte

Neben der Party gibt es Momente, für die ihr gezielt Musik festlegen solltet. Hier entscheidet ihr, nicht der DJ. Wie diese Momente zeitlich zusammenhängen, lest ihr im Artikel Ablauf eines Hochzeitsabends.

Einzug und freie Trauung

Wenn ihr frei getraut werdet, braucht ihr meist drei Titel: Einzug, ein oder zwei Lieder während der Zeremonie und den Auszug. Sprecht mit eurem Trauredner, an welchen Stellen Musik passt. Klärt auch, ob die Musik vom DJ kommt oder live gespielt wird.

Sektempfang und Essen

Hier läuft Hintergrundmusik, die nicht stört. Instrumental, Jazz, Akustik-Cover oder entspannte Klassiker funktionieren gut. Lautstärke ist wichtiger als die Songauswahl: Man sollte sich am Tisch ohne Anstrengung unterhalten können.

Einzug in den Saal, Torte, Eröffnungstanz

Für diese drei Momente solltet ihr konkrete Songs nennen. Euer Eröffnungstanz bekommt ein eigenes Kapitel, Ideen nach Stil findet ihr im Artikel Eröffnungstanz: Ideen nach Stil.

Der letzte Song

Wird gern vergessen und ist oft der emotionalste Moment des Abends. Überlegt, ob ihr mit einem ruhigen Lied enden wollt, mit einem Mitsing-Klassiker im Kreis oder mit einem letzten Partyknaller.

Gästewünsche: ja, nein oder gefiltert?

Es gibt drei Möglichkeiten, und alle sind in Ordnung:

  1. Gästewünsche erlaubt: Der DJ nimmt Wünsche an und baut sie ein, solange sie zur Stimmung passen.
  2. Gefiltert: Gäste dürfen wünschen, der DJ entscheidet. Die No-Go-Liste gilt immer.
  3. Keine Wünsche: Gäste werden freundlich darauf hingewiesen, dass die Musik mit dem Paar abgesprochen ist.

Wenn ihr Gäste schon vorab einbinden wollt, könnt ihr auf der Einladung nach einem Lieblingssong fragen. Das sorgt für Vorfreude und gibt dem DJ wertvolle Hinweise auf euer Publikum.

Wie ihr die Wünsche übergebt

Am praktischsten ist eine Streaming-Playlist, zum Beispiel bei Spotify oder Apple Music, oder eine einfache Liste als Dokument. Wichtig ist eine klare Gliederung:

  • Muss-Songs
  • Gerne-Songs und Genres
  • No-Gos
  • Songs für feste Programmpunkte mit Uhrzeit

Schickt die Liste vier bis acht Wochen vor der Hochzeit und plant danach ein kurzes Abstimmungsgespräch ein. So kann der DJ nachfragen, wenn etwas unklar ist, etwa ob ihr bei einem Song die Originalversion oder einen Remix meint.

Wenn ihr gar keine Lust auf Listen habt

Auch das ist völlig legitim. Dann reichen dem DJ wenige Angaben: Altersstruktur der Gäste, eure drei Lieblingskünstler und das, was ihr auf keinen Fall hören wollt. Den Rest macht ein erfahrener DJ aus dem Gefühl für den Raum. Gerade bei gemischten Hochzeitsgesellschaften ist das oft das entspannteste Modell.

Wichtig ist dann nur, dass ihr dem DJ vertraut. Genau deshalb lohnt sich ein gutes Vorgespräch. Welche Fragen ihr dort stellen solltet, findet ihr in 15 Fragen fürs Vorgespräch.

Vorlage für eure Musikwünsche

Kopiert euch diese Struktur und füllt sie aus:

  1. Unser Abend in einem Satz: …
  2. Gäste: Anzahl, Altersmischung, Besonderheiten (zum Beispiel viele Kinder, internationale Gäste)
  3. Muss-Songs (max. 20): …
  4. Gerne-Songs, Künstler, Genres: …
  5. No-Gos: …
  6. Programmpunkte mit Song: Einzug, Torte, Eröffnungstanz, letzter Song
  7. Gästewünsche: erlaubt, gefiltert oder nicht erwünscht
  8. Moderation: Was soll der DJ ansagen, was nicht?

Damit hat euer DJ alles, was er braucht, und ihr könnt euch am Abend entspannt zurücklehnen.

Häufige Fragen

Wie viele Musikwünsche sollten wir dem DJ geben?

Eine gute Größenordnung sind 20 bis 40 echte Herzenswünsche plus ein paar Genres und Künstler als Richtung. Bei einer Partyzeit von fünf bis sechs Stunden spielt ein DJ grob 80 bis 120 Songs, so bleibt genug Raum, um auf eure Gäste zu reagieren.

Können wir eine komplette Playlist vorgeben?

Das geht, ist aber selten eine gute Idee. Eine feste Reihenfolge kann nicht darauf reagieren, wer gerade tanzt. Besser ist eine Wunschliste mit Muss-Songs, die der DJ an passender Stelle einbaut.

Wann sollten wir die Musikwünsche schicken?

Etwa vier bis acht Wochen vor der Hochzeit. Dann ist noch Zeit für Rückfragen, und eure Wünsche sind nicht schon wieder überholt. Den Eröffnungstanz solltet ihr früher festlegen, wenn ihr eine Choreografie üben wollt.

Sollen Gäste vorab Musikwünsche einreichen dürfen?

Das ist möglich, etwa über eine Frage auf der Einladung oder eine gemeinsame Playlist. Gebt dem DJ dann klar mit, dass eure No-Go-Liste Vorrang hat und Gästewünsche nur Vorschläge sind.

Was ist, wenn wir und unsere Gäste ganz unterschiedliche Musik mögen?

Das ist bei fast jeder Hochzeit so. Ein erfahrener DJ verbindet beides: Er holt die Gäste mit bekannten Songs ab und platziert eure Lieblingslieder dann, wenn die Tanzfläche bereit dafür ist. Sagt ihm einfach, welche Songs euch am wichtigsten sind.

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